BDD befürwortet Pläne für ein optionales europäisches Vertragsrecht

Dienstag, 11. Oktober 2011

Der Bundesverband Direktvertrieb Deutschland (BDD) unterstützt den am 11. Oktober 2011 veröffentlichten Entwurf der Europäischen Kommission für ein einheitliches europäisches Vertragsrecht.

Berlin, 11. Oktober 2011. „Ein optionales Vertragsrechtsinstrument kann für international tätige Unternehmen das Geschäft erheblich vereinfachen“, sagt BDD-Geschäftsführer Jochen Clausnitzer. Dies gilt insbesondere dann, wenn es auch bei nationalen Vertragsverhältnissen anwendbar wäre. Derzeit müssen sich Unternehmen, die in anderen EU-Ländern Geschäfte machen, im schlimmsten Fall mit 28 verschiedenen europäischen Rechtsordnungen auseinandersetzen. Den damit verbundenen Aufwand können insbesondere kleine und mittlere Unternehmen schwer leisten. Damit das europäische Vertragsrechtsinstrument die gewünschten Erleichterungen bringt, darf es allerdings nur dann zur Anwendung kommen, wenn sich Verbraucher und Unternehmen freiwillig dafür entscheiden. „In keinem Fall kann es Unternehmen zugemutet werden, neben einem Vertrag nach nationalem Recht auch noch einen EU-Vertrag anbieten zu müssen“, so Clausnitzer. Außerdem darf das Verbraucherschutzniveau nach Einschätzung des BDD nicht unangemessen hoch ausfallen. Unternehmen werden sich nur dann für ein europäisches Regelwerk entscheiden, wenn ein fairer Ausgleich zwischen dem Schutz der Verbraucher und den Interessen der Wirtschaft gefunden wird. Stünden einem Verbraucher beispielsweise Gewährleistungsrechte zu, obwohl er die Ware in Kenntnis des Mangels gekauft hat oder könnte der Verbraucher auch bei einem nur geringfügig Mangel sofort vom Vertrag zurücktreten, dürfte ein optionales Instrument bei Unternehmen auf nur wenig Akzeptanz stoßen. Auch die von der Europäischen Kommission vorgeschlagene zehn jährige Gewährleistungsfrist ist für viele Unternehmen nicht attraktiv.


Über den Bundesverband Direktvertrieb Deutschland e.V.    

Seit über vierzig Jahren setzt sich der Bundesverband Direktvertrieb Deutschland e.V. (BDD) für die Interessen der Direktvertriebsunternehmen des privaten Konsumgüter- und Dienstleistungsbereichs ein. 1967 als Arbeitskreis „Gut beraten – zu Hause gekauft“ gegründet, haben sich die BDD-Mitglieder zur Einhaltung von Verhaltensstandards verpflichtet, die für ein faires Miteinander im Direktvertrieb sorgen. Im BDD sind 32 Unternehmen organisiert, die ganz unterschiedliche Produkte bzw. Dienstleistungen verkaufen. Dazu gehören z.B. Haushaltswaren, Reinigungsmittel, Bauelemente, Getränke, Nahrungsergänzungsmittel, Kosmetik- und Schönheitsartikel, Schmuck, Kerzen und Accessoires,  Heimtiernahrung sowie Telekommunikations- und Energiedienstleistungen.   


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