Unterschätztes Potenzial: Studie analysiert, wie junge Mütter arbeiten wollen

Dienstag, 27. November 2018

Mütter mit kleinen Kindern gelten vielen als wenig relevant für den Arbeitsmarkt – zu Unrecht, wie eine repräsentative Studie im Auftrag des Bundesverbandes Direktvertrieb zeigt.

„Für Frauen mit kleinen Kindern sind bei der Berufsfrage die richtigen Rahmenbedingungen entscheidend“, sagt Elke Kopp, Vorstandsmitglied des Bundesverbandes Direktvertrieb Deutschland (BDD). „Dies bezieht sich zum Beispiel auf Angebote für die Kinderbetreuung. Wichtig sind auch ein gutes Gehalt, Flexibilität und ein wohnortnaher Job.“

Die Familie hat für die Befragten zwar oberste Priorität (9,1 auf einer Skala von 1 bis 10). Viele Mütter wären aber bereit, mehr zu arbeiten, wenn die Konditionen stimmen. Fehlende Angebote für die Kinderbetreuung sind für die Mütter der gewichtigste Grund, gar nicht oder nicht mehr zu arbeiten (52 Prozent).

Unterschiede zwischen Ost und West, Stadt und Land 

Knapp zwei Drittel der Befragten ziehen grundsätzlich eine Teilzeitbeschäftigung vor, 36 Prozent wollen Vollzeit arbeiten. Vor allem in den westdeutschen Bundesländern sowie in ländlichen Gebieten bevorzugen Frauen deutlich das Teilzeitmodell. In Ostdeutschland und in den Großstädten sind die Prioritäten ausgeglichener.

Mütter wünschen sich bessere Rahmenbedingungen

Vom Arbeitgeber erwarten sich Mütter mit kleinen Kindern vor allem ein attraktives Gehalt (52 Prozent). Außerdem wollen sie Flexibilität im Beruf (45 Prozent) und möchten wohnortnah arbeiten (39 Prozent). Familienfreundliche Arbeitskonditionen würden für sie auch dann eine entscheidende Rolle spielen, wenn die Kinder ganztags betreut würden. Dazu zählen flexible Arbeitszeiten (72 Prozent), ein Zuschuss zu den Kinderbetreuungskosten (52 Prozent) und die Möglichkeit, im Homeoffice zu arbeiten (47 Prozent). 

Selbstständigkeit als familienfreundliches Arbeitsmodell

Grundsätzlich sehen Mütter die Selbstständigkeit als Chance, aber sie bringen auch Ängste und Unsicher-heiten mit ihr in Verbindung. Wer bereits selbstständig tätig war – knapp ein Fünftel der Befragten –, sieht die Sache allerdings positiver. 23 Prozent der Befragten schätzen vor allem die Möglichkeit, sich selbst zu verwirklichen.

Angst vor existenzieller Unsicherheit verbinden 31 Prozent der Frauen mit der Selbstständigkeit – für sie auch der Hauptgrund, sich nicht für dieses Arbeitsmodell zu entscheiden. Gleichzeitig assoziieren 31 Pro-zent der Befragten mit der Selbstständigkeit eine freie Zeiteinteilung, die gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf (27 Prozent) und Unabhängigkeit (21 Prozent).

„Eine selbstständige Tätigkeit ermöglicht ein flexibles, familienfreundliches Arbeiten. Gerade der Direktver-trieb bietet Neueinsteigern einen einfachen Weg in die Selbstständigkeit“, so Elke Kopp. „Mit den richtigen Rahmenbedingungen steigt auch der Anteil der Mütter mit kleinen Kindern, wie die Erfahrungen in dieser Branche zeigen.“

Befragt wurden von der Statista GmbH, Hamburg, im Auftrag des BDD knapp 1.000 Mütter mit einem Kind im Alter von unter drei Jahren.

Die komplette Auswertung der Studie zum Download finden Sie unter: