NACHRUF: WIR TRAUERN UM ELMAR PIEROTH

Donnerstag, 06. September 2018
Pieroth

Mit großem Bedauern und tiefer Betroffenheit teilen wir mit, dass unser Firmenmitbegründer und ehemaliger Aufsichtsratsvorsitzender Elmar Pieroth am 31. August 2018 im Alter von 83 Jahren nach kurzer, schwerer Krankheit in Berlin verstorben ist.

Unternehmergeist, Weitsicht und große Menschlichkeit zeichneten ihn besonders aus – ob als Unternehmer, Politiker und Stifter.

Gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder Kuno entwickelte Elmar Pieroth 1953 ein neues, damals einzigartiges Vertriebssystem: die Hausweinprobe. Mit Pioniergeist und Zielstrebigkeit baute er das Familienweingut zu einer international tätigen Unternehmensgruppe auf. 1958 führte er erste Testverkäufe in England durch, fünf Jahre später startet der Verkauf deutscher Weine in Frankreich, Österreich und der Schweiz. 1969 folgt die Niederlassung in Tokio, 1971 in Sydney und zwei Jahre später in Chicago/USA.

Viele Jahrzehnte lang leitete Elmar Pieroth die Geschicke des Unternehmens und begleitete unser Unternehmen nach seiner politischen Karriere als Vorsitzender des Aufsichtsrates.

Mit dem Wohl der Unternehmensgruppe hat Elmar Pieroth auch immer das Wohl der Mitarbeiter verbunden. Schon in den 60er Jahren beteiligte er die Mitarbeiter am Unternehmenserfolg, was als „Pieroth-Modell“ sogar in der  Betriebswirtschaftslehre bekannt wurde. Neben den üblichen Wirtschaftsbilanzen wurden Sozialbilanzen aufgestellt und der gleitende Übergang in den Ruhestand lange vor den gesetzlichen Vorruhestandsregelungen ermöglicht. Auch Initiativen, wie „Kinder im Betrieb“ oder der „Oma- und Opa-Tag“ für ältere Mitarbeiter wurden von ihm gefördert und prägen unsere Unternehmenskultur bis heute.

Schon früh begann Elmar Pieroth sich sozial und stifterisch zu engagieren.1960 ging er mit zwei Mitarbeitern nach Togo, um 2.000 Hektar Land für die dort in Armut lebenden Menschen urbar zu machen. 1971 initiierte er die Vergabe bis zu 30.000 Mikro-Kredite an Menschen in Burkina Faso, um diesen die Gründung kleiner Unternehmen zu ermöglichen. Eine Aktivität, die er in seinen letzten Lebensjahren sogar wieder forcierte. Seit 2016 trägt eine Schule in Burkina Faso seinen Namen. Die Schulbehörden dankten Elmar Pieroth damit für sein jahrelanges Engagement in einer der ärmsten Regionen der Welt.

Auch die von Elmar Pieroth initiierte Gründung des Vereins „Most – Brücke von Berlin nach Mittel- und Osteuropa“ war eine Aktivität mit dem Ziel, Potenziale zu wecken und zu fördern. Noch heute bringt der Verein junge Menschen aus Mittel- und Osteuropa in Kontakt mit Berliner Unternehmen, Institutionen und Netzwerken.

2007 gründet er die Stiftung Bürgermut. Ziel der Stiftung war und ist bis heute die Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements. Elmar Pieroth war davon überzeugt, dass engagierte Menschen die besten Vorbilder für andere sind. Er wollte mit seiner Stiftung einen Ort schaffen, an dem bürgerschaftlich Aktive ihre Erfahrungen miteinander teilen, sich selbst und andere inspirieren und gemeinsam schlagkräftiger agieren können.

Unerschütterlich glaubte er an das, was man heute „Empowerment“ nennt. Daran, dass in jedem Menschen – unabhängig von seinem wirtschaftlichen und sozialen Status – enorme Potenziale schlummern, die es zu wecken und zu unterstützen gilt. Auch in seinem politischen Handeln als Abgeordneter und Berliner Senator für Finanzen und Wirtschaft verstand sich Elmar Pieroth als Mutmacher. Vor allem die Berliner erinnern sich an den Stimmungswandel, den er Anfang der 1980er Jahre in der damals als behäbig geltenden Berliner Wirtschaft entfachte. Nur wenige Politiker haben so unvoreingenommen und engagiert wie Elmar Pieroth die Wiedervereinigung zu ihrer Sache gemacht. Die berühmten „Wohnzimmergespräche“ im Bezirk Marzahn-Hellersdorf gehen beispielsweise auf ihn zurück. Politik war für ihn keine nur strategische oder intellektuelle Angelegenheit, sondern es ging ihm vor allem um die Menschen, denen sein Regierungshandeln diente.

Wir verlieren mit Elmar Pieroth einen sehr geschätzten Menschen und Ratgeber,

darüber sind wir sehr traurig. Gleichzeitig blicken wir dankbar auf sein unternehmerisches und gesellschaftliches Wirken zurück und sind voller Hochachtung für seine Lebensleistung. Die Begegnungen und Gespräche mit ihm werden wir in wertvoller Erinnerung behalten und ihn nicht vergessen.

Seiner Familie sprechen wir unser tiefes Mitgefühl aus.

 

Vorstand der Pieroth Wein AG 

Dieter Freisler und Dr. Sebastian Potyka

Karrierechance

Sie sind interessiert an einer Tätigkeit im Direktvertrieb?
Unsere Mitglieder freuen sich auf Ihre Anfrage.