Gewerbeanmeldung

Wenn Sie eine selbständige Tätigkeit im Direktvertrieb aufnehmen, üben Sie eine gewerbliche Tätigkeit aus. Handelt es sich hierbei um ein sogenanntes „stehendes Gewerbe“, ist eine Gewerbeanzeige notwendig. Im Reisegewerbe ist im Gegensatz zum stehenden Gewerbe grundsätzlich eine behördliche Erlaubnis (Reisegewerbekarte) erforderlich.

Was ist ein stehendes Gewerbe und was ein Reisegewerbe?

Als stehendes Gewerbe gelten alle Arten und Formen des Gewerbebetriebs, die weder dem Reisegewerbe noch dem Messe-, Ausstellungs- und Marktwesen zuzuordnen sind. Ein sogenanntes „Reisegewerbe“ (nicht zu verwechseln mit Reisevermittlung/Reisebüro) üben Sie insbesondere dann aus, wenn Sie

  • Wohnungen oder Geschäfte ohne vorhergehende Bestellung (zum Beispiel ohne vorherige Terminvereinbarung) aufsuchen oder 
  • Waren und Leistungen auf der Straße oder auf Plätzen anbieten, z.B. von nicht ortsfesten Verkaufsständen aus.

Wenn Sie die Kundin oder den Kunden dagegen auf Bestellung hin besuchen, ist grundsätzlich nur eine Gewerbeanzeige erforderlich. Solche vorhergehenden Bestellungen werden regelmäßig bei den im Direktvertrieb verbreiteten „Partys“ angenommen. Hier werden mehrere potenzielle Kundinnen oder Kunden gemeinsam in der Wohnung einer Gastgeberin oder eines Gastgebers beraten.

Gewerbeanzeige

Wann muss die Gewerbeanzeige erfolgen? 
Die Gewerbeanzeige ist mit dem Beginn Ihrer selbständigen Tätigkeit im Direktvertrieb vorzunehmen. Wenn Sie Ihr Gewerbe verspätet anzeigen, müssen Sie mit einer Geldbuße rechnen. Die Daten Ihrer Gewerbeanmeldung werden von der für die Anzeige zuständigen Stelle u.a. an die Industrie- und Handelskammer und das Finanzamt weitergeleitet, so dass dort automatisch eine Registrierung erfolgt.

Wo muss die Gewerbeanzeige erfolgen?
Die Anzeige erfolgt bei der Gewerbebehörde der Gemeinde- oder Stadtverwaltung am Ort Ihrer zukünftigen Betriebsstätte. 

Was kostet die Gewerbeanzeige?
Die Gewerbeanmeldung ist immer mit einer Gebühr verbunden. Diese ist örtlich unterschiedlich hoch. 

Welche Unterlagen werden für die Gewerbeanzeige benötigt?
Für die Gewerbeanmeldungen ist ein bundeseinheitlicher Vordruck "Gewerbe-Anmeldung (GewA1)" vorgeschrieben. Dieser liegt in Ihrer Gemeinde aus, beziehungsweise steht, je nach dem Angebot Ihrer Gemeinde, zum Download zur Verfügung. Zur Antragstellung müssen Sie folgende Unterlagen vorlegen: 

  • Ihren gültigen Personalausweis oder Reisepass
  • eine Aufenthaltsgenehmigung, falls Sie nicht die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen oder nicht EU-Bürger sind.

Worauf sollte geachtet werden?
Bitte achten Sie darauf, dass Sie sich bei der Angabe, welche Waren oder Dienstleistungen Sie im Direktvertrieb anbieten wollen, so klar wie möglich ausdrücken. Eine Bezeichnung wie etwa „Handel mit Waren aller Art“ wäre zum Beispiel unzureichend. Sie brauchen zwar bei der Beschreibung der Waren, die Sie anbieten wollen, nicht ins Detail zu gehen. Sie sollten aber wenigstens die Oberbegriffe wie beispielsweise Haushaltswaren, -geräte oder etwa Finanzdienstleistungen angeben.

MusterformularGewerbe-Anmeldung

Was ist der Gewerbeschein?
Sie erhalten innerhalb von wenigen Tagen bzw. bei persönlicher Anmeldung sofort eine behördlich bestätigte Durchschrift Ihrer Anzeige. Diese Empfangsbescheinigung wird im allgemeinen Sprachgebrauch „Gewerbeschein" genannt. Erst mit Erhalt dieser Bestätigung in Papierform ist Ihre Gewerbeanzeige erfolgreich und rechtswirksam abgeschlossen.

Gewerbeerlaubnis – Reisegewerbekarte

Grundsätzlich braucht jeder, der ein Reisegewerbe betreiben will, eine besondere Erlaubnis, die sogenannte Reisegewerbekarte. Die Reisegewerbekarte kann befristet oder unbefristet beantragt und erteilt werden. 

Wo kann die Reisegewerbekarte beantragt werden?
Die Reisegewerbekarte erteilt die örtliche Ordnungsbehörde Ihres Wohnortes. Die Behörde prüft Ihre Zuverlässigkeit und finanzielle Leistungsfähigkeit.

Welche Unterlagen werden benötigt?
Das Antragsformular Reisegewerbekarte liegt bei der zuständigen Stelle aus. Je nach Angebot der Behörde können Sie das Formular auch im Internet abrufen. In der Regel werden folgende Unterlagen benötigt:

  • Ihr gültiger Personalausweis oder Reisepass
  • ein aktuelles Passfoto
  • ein polizeiliches Führungszeugnis für Behörden (wird gegen eine Gebühr von der zuständigen Stelle beantragt)
  • ein Auszug aus dem Gewerbezentralregister (wird ebenfalls gegen eine Gebühr von der zuständigen Stelle beantragt)
  • eine Aufenthaltsgenehmigung, falls Sie nicht die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen oder nicht EU-Bürger sind.

Was kostet die Reisegewerbekarte?
Die Kosten für die Erteilung einer Reisegewerbekarte sind unterschiedlich hoch. Das hängt unter anderem damit zusammen, dass die Reisegewerbekarte unbefristet, aber auch nur befristet für ein bis drei Jahre erteilt werden kann. 

Wo gilt die Reisegewerbekarte?
Die Reisegewerbekarte gilt im gesamten Bundesgebiet.

Worauf sollte geachtet werden?
Die Reisegewerbekarte müssen Sie bei der Ausübung Ihres Gewerbes immer mitführen und auf Verlangen der zuständigen Behörde oder Beamten vorzeigen. Die gesetzlichen Ladenöffnungszeiten sind auch für das Reisegewerbe bindend.

 

Stand: 04.05.2015